Auf Tuchfühlung mit Social Media Formaten: Teil 1 – Facebook

Auf Tuchfühlung mit Social Media Formaten: Teil 1 – Facebook

Klar ist: „Ohne eigene Social Media Accounts gehört ein Unternehmen mittlerweile zu den Außenseitern.“ Wie selbstverständlich wir doch als Verbraucher heutzutage neben einer Unternehmens-Homepage auch davon ausgehen, dass jedes Unternehmen einen Facebook-, Twitter- oder LinkedIn- Account besitzt, nicht wahr?

Unternehmen haben darauf natürlich reagiert. So nutzen laut einer Umfrage unter Marketingverantwortlichen weltweit bereits über 94% Facebook, um das Unternehmensprofil oder die Produkte online darzustellen.

Anteil der Unternehmen, die folgende Social-Media-Plattformen nutzen weltweit im Januar 2020

Quelle: Statista

Die meisten Unternehmen sind dabei auf mehreren Kanälen unterwegs, denn jeder Kanal hat seine Besonderheiten. Neben diesen Kanal-Besonderheiten kommen auch regelmäßige Updates und neue Content-Formate hinzu. Um hier den Überblick nicht zu verlieren, haben wir Ihnen einen Überblick mit den wichtigsten Infos & Tipps für jeden Kanal zusammengestellt.

Diese Woche starten wir mit Facebook.

„Die Mutter unter den sozialen Netzwerken“ – Facebook

Im Februar 2004 ging Facebook für die Studenten der Harvard University noch unter dem Namen „thefacebook.com“ online. Die Community wuchs kontinuierlich weiter. Bereits Ende 2005 konnte Facebook stolze sechs Millionen Nutzer vorweisen. Im Jahr 2006 veröffentlichte Facebook seinen News Feed. Einige kleinere Updates konnten in den nächsten Jahren durchgeführt werden. So kam 2007 die Möglichkeit zur mobilen Nutzung hinzu. 2008 konnten die User erstmals via Facebook chatten. Die größte Veränderung war wohl im Jahr 2009 der „Like-Button“. 2012 ging Facebook dann an die Börse. 2014 gab das Unternehmen die Übernahme des Messenger-Dienstes WhatsApp bekannt. Seit 2018 stand Facebook mehrfach aufgrund von Datenschutzskandalen im Rampenlicht der Öffentlichkeit. Diesen Skandalen zum Trotz stieg die Anzahl der monatlich aktiven Nutzer kontinuierlich und erreichte im dritten Quartal 2020 rund 2,7 Milliarden.

In Deutschland hatte Facebook lange Zeit starke Konkurrenz von nationalen Seiten wie StudiVZ und Xing. Erst Ende 2009 schaffte es das US-Unternehmen, StudiVZ hinsichtlich der Nutzerzahlen zu überholen.

Die Facebook-Zielgruppe

Täglich loggen sich 1,6 Milliarden aktive Facebook-Nutzer in das Netzwerk ein (Stand: 4. Quartal 2019), davon 32 Millionen Deutsche. 62% der weltweiten Nutzer sind unter 35 Jahre. Bei den über 65-Jährigen lässt sich dennoch die größte Wachstumsrate feststellen. Um unter dieser Vielzahl an Menschen gezielt potenzielle Kunden für Ihr Unternehmen anzusprechen, ist das Definieren einer Zielgruppe ausschlaggebend.

Dazu gibt es auf Facebook zwei Möglichkeiten: entweder das spezifische Targeting oder das breit angelegte Targeting. Ersteres bedeutet, dass Sie Facebook definierte Parameter vorgeben, innerhalb derer die bestmögliche Zielgruppe für Werbeanzeigen gefunden wird, dazu gehören detailliertes Targeting, Custom Audiences oder Lookalike Audiences.

Bei einem breit angelegten Targeting findet Facebook ohne Ihre vorher festgelegten Parameter das für Sie beste Publikum. Diese Strategie eignet sich vor allem, wenn Sie noch nicht genau wissen, wen Sie ansprechen möchten.

Das Erstellen einer vordefinierten Facebook-Zielgruppe birgt jedoch mehrere Vorteile für Sie: Indem Werbung nur an diejenigen ausgespielt wird, die sich wirklich für Ihr Angebot oder Ihre Dienstleistungen interessieren, können Sie mit einer höheren Conversion-Rate, einem höheren Umsatz und dementsprechend geringeren Werbekosten rechnen. Voraussetzung für all dies ist eine umfassende, sehr präzise Kenntnis Ihrer potenziellen Kunden. Es lohnt sich, damit so früh wie möglich zu beginnen. Dabei helfen Ihnen die Facebook Zielgruppen (oder Audience) Insights. Dort erhalten Sie Informationen zu zwei Personengruppen: zu denjenigen, die mit Ihrer Seite verbunden sind und zu denjenigen, die auf Facebook sind. Diese Informationen sind konkrete Hinweise zu Altersgruppe, Geschlecht, Bildungsstand, Beruf, Beziehungsstatus, Interessen und Lebensstile. So können Sie passgenauen Content erstellen und mehr Nutzer finden, die Ihrer Zielgruppe ähnlich sind.

Welcher Content macht Sinn?

Da Sie nun Ihre Zielgruppe definiert haben, geht es an den Content. Um erfolgreich auf Facebook unterwegs zu sein, sollten Sie sich überlegen, welche Art von Content sie veröffentlichen möchten. Ein universelles Erfolgsrezept gibt es dafür aber, wie so oft, nicht. Der Content hängt von Ihrer Marke, Ihrem Produkt oder Dienstleistung und Ihrem Ziel ab. Es lassen sich aber dennoch einige grundlegende Tipps und Tricks aufzählen, mit denen sich eine erfolgreiche Content-Strategie entwickeln lässt.

Was möchten Sie erreichen?

Zunächst sollten Sie sich fragen, was Sie mit Facebook-Marketing erreichen wollen.

  • Soll Ihre Marke präsentiert werden?
  • Wollen Sie eher die Interaktionen mit der Community aufbauen und in einen Dialog treten?
  • Oder wollen Sie die Kunden auf Ihren Onlineshop aufmerksam machen?

Achten Sie darauf, dass Ihr Content einen Mehrwert für Ihre Facebook-Zielgruppe bietet: Dazu können Sie zum Beispiel Storytelling einsetzen, die Beiträge klar strukturieren, mit einem Call-to-Action versehen, emotionalen Content posten oder Ihre Follower aktiv werden lassen durch bestimmte Challenges.

All diese Strategien führen im besten Fall dazu, dass Ihre Beiträge mehr Engagement generieren und Ihr Unternehmen bekannt machen. Denken Sie auch daran, dass Sie nicht krampfhaft versuchen müssen, jeden Tag etwas hochzuladen, nur um Inhalte zu erstellen. Qualität vor Quantität!

Nutzen Sie A/B-Tests

Sie können außerdem sogenannte A/B-Tests durchführen, um zu ermitteln, welcher Content Ihrer Community eher zusagt: Entweder Sie spielen den gleichen Post an unterschiedliche Zielgruppen oder unterschiedliche Posts an eine einzige Zielgruppe aus und schauen so, welcher Beitrag bei welcher Zielgruppe mehr Reaktionen herbeiführt.

Erstellen Sie einen Contentplan

Darüber hinaus ist es sinnvoll, einen Contentplan zu erstellen, der inhaltlich und von der Beitragsart her für Abwechslung sorgt. Die verschiedenen Beitragsarten erläutern wir weiter unten. Versteifen Sie sich aber nicht zu sehr darauf, denn spontane Posts zum aktuellen Geschehen tragen auch ihren Teil dazu bei, Ihr Unternehmen sympathisch und up-to-date erscheinen zu lassen.

Neben den klassischen Aktionstagen wie Weihnachten oder Valentinstag gibt es noch viele andere, weniger bekannte, Aktionstage wie etwa den Tag der Jogginghose. Nutzen Sie diese Tage, um entsprechende Posts vorzubereiten, welche aber auch in Verbindung zu Ihrer Marke bzw. Ihrem Unternehmen stehen. Denn auch hier gilt: Qualität vor Quantität!

Beitragsarten im Detail

Profilbild

Dass ein Profilbild von immenser Wichtigkeit bei sozialen Netzwerken ist, das ist sicherlich nichts Neues. Tatsächlich ist das Profilbild das wichtigste Bild, welches Sie in diesem Netzwerk   verwenden können. Es sollte einen hohen Wiedererkennungswert haben, da es bei jedem Posting oder bei Werbeanzeigen als kreisförmiges Thumbnail angezeigt wird. Beachten Sie, dass das Profilbild in der Timeline verkleinert erscheint. Es muss dementsprechend auch im kleinen Format gut erkennbar sein. Sie können das Bild also schon vor dem Upload entsprechend vorbereiten. Als Größe des Facebook-Profilbildes wird 1200×1200 Pixel empfohlen. Eine Bildgröße unter 180×180 Pixel wird von Facebook abgelehnt. Überprüfen Sie aber regelmäßig die vorgegebenen Bildgrößen von Facebook, denn diese ändern sich in unregelmäßigen Abständen. Prüfen Sie nach dem Hochladen dann am besten noch einmal, ob die Darstellung Ihren Wünschen entspricht. Ein Profilbild in guter Qualität sichert Ihnen einen professionellen Online-Auftritt und in Kombination mit einem passenden Titelbild einen hohen Wiedererkennungswert.

Titelbild

Titelbilder werden oben quer auf dem Profil oder der Unternehmensseite angezeigt. Sie sollten es ebenfalls mit Sorgfalt auswählen, denn es schmückt groß Ihr gesamtes Profil. Tatsächlich wird Ihr Titelbild aber nicht annähernd so oft betrachtet wie Ihr Profilbild, denn rund 90% der Beiträge werden über den Newsfeed des Nutzers gelesen. Nur eine geringe Anzahl an Lesern schaut sich Ihre Seite und demnach Ihr Titelbild gebührend an. Nichtsdestotrotz gehört letzteres zu einem abgerundeten Facebook-Auftritt dazu. Gerne können Sie hier Ihren kurz formulierten Werbeslogan einbringen, um den Wiedererkennungswert Ihres Unternehmers zu steigern. Es gibt zwei Größenangaben, die Sie beachten können:

Tipps für Ihr Facebook Marketing.

Bei 82×312 Pixel wird das Bild in der Desktop-Ansicht rechts und links geringfügig beschnitten. Wählen Sie diese Größe für Bilder mit Textinhalten, welche oben oder unten positioniert sind. Bei 640×360 Pixel wird Ihr Bild in der Mobile-Ansicht oben und unten geringfügig beschnitten. Diese Größe eignet sich auch, wenn Sie sich für Bilder mit Textinhalten entscheiden, die links oder rechtsbündig platziert sind.

Bild Posts

Tatsächlich erzeugt ein Posting mit Bild 2,3-mal so viele Interaktionen wie ein Posting ohne Bild. Grund dafür ist wahrscheinlich die Tatsache, dass ein Beitrag mit Bild große gestalterische Freiheiten lässt und einen schnellen visuellen Reiz für den scrollenden Nutzer darstellt. Dabei sind verpixelte, falsch zugeschnittene oder verzerrte Bilder nicht gerade eine Einladung, dem dazugehörigen Beitrag nähere Aufmerksamkeit zu schenken. Es lohnt sich also, über Bildgrößen und -auflösungen auf dem Laufenden zu sein, um Ihren privaten als auch geschäftlichen Facebook Auftritt zu optimieren. Für Bilder im Newsfeed empfiehlt sich eine Größe von 1200×630 Pixel. Facebook empfiehlt, für Bilder in Werbeanzeigen nicht mehr als 20% Text auf diese einzufügen, um die Aufmerksamkeit des potenziellen Kunden nicht wieder von sich abzukehren und das Bild zu „überladen“.

Link Posts

Bei einem Link Post steht der Link, der in das Textfeld eingegeben wurde, im Vordergrund. Ist dem Link ein Bild hinterlegt, wird dieses in dem Post angezeigt. Ein solcher Post eignet sich beispielsweise, um auf externe Inhalte wie den eigenen Onlineshop oder die Website aufmerksam zu machen. Optimal ist eine Bildgröße von 1200×627 Pixel. Der Link Post darf 90 Zeichen Text, 25 Zeichen Überschrift und 30 Zeichen Linkbeschreibung beinhalten. Im Gegensatz zu Bild- oder Video Posts scheinen Link Posts weniger beliebt bei den Nutzern zu sein, aber probieren Sie es selbst einmal bei Ihrer Community aus, wie diese auf Posts solcher Art reagiert.

Karussell Werbeanzeige

Mit einer Karussell Werbeanzeige, auch Carousel Ad genannt, können Sie bis zu 10 Bilder und Videos in einer einzigen Werbeanzeige zusammenfügen und jedes mit einem eigenen Link versehen. Vorteil ist hier, dass verschiedenen Produkte, Details zu einem Produkt oder die Geschichte des Unternehmens bzw. der Marke hervorgehoben werden und so die Klickrate erhöht werden kann. Facebook empfiehlt auch hier, möglichst wenig Text auf den Bildern in der Carousel Ad zu verwenden. Als Bildgröße wird 600×600 Pixel empfohlen. Es gibt die Möglichkeit, die Reihenfolge der Inhalte von Facebook automatisch optimieren zu lassen, diese Funktion lässt sich jedoch auch abschalten, wenn die Inhalte aufeinander aufbauen und deshalb hintereinander eingeblendet werden sollen.

Neben der Produktpräsentation oder dem Erzählen einer Geschichte in der Carousel Ad können Sie beispielsweise auch Schritt für Schritt erläutern, wie Ihr Unternehmen funktioniert oder dessen Vorteile in verschiedenen Bildern und kurzen Videos hervorheben, durch die sich der Nutzer klicken kann. Wie Sie sehen, ist die Carousel Ad sehr vielfältig und kann von jeder Branche und Unternehmensart mit den individuellsten Zielen genutzt werden.

Video Post

Erstaunlicherweise sind nur 18% des Top 500-Content auf Facebook Bilder. Videos hingegen decken demnach einen Anteil von 82% ab. Dabei sollten Sie beachten, dass Ihre Videos für die vertikale Betrachtung optimiert sind, denn mehr als 75% der weltweiten Bevölkerung nutzen das Netzwerk von einem Smartphone aus. Passend dazu ist es erwähnenswert, dass Videos im Durchschnitt 59% mehr Engagement erhalten als alle anderen Arten von Posts. Werden Markenname und eine markenspezifische Message in den ersten 10 Sekunden des Videos kommuniziert, können Sie außerdem mit bis zu dreimal mehr Interaktionen rechnen. Verzichten Sie also nicht auf Videos als Teil Ihrer Marketing-Strategie auf Facebook!

Veranstaltungen / Events

Sie planen einen Tag der offenen Tür, feiern ein Jubiläum oder es steht ein sonstiges Ereignis an, das gefeiert werden soll? Dann erstellen Sie eine Veranstaltung auf Facebook, um Ihre Kunden und Fans darüber zu informieren. Beim Erstellen eines Events auf Facebook ist es wichtig, Sie ahnen es schon, ein aussagekräftiges Foto zu wählen, das die Nutzer sofort anspricht. Es sollte die Größe 828×315 Pixel haben, verwenden Sie aber grundsätzlich immer ein möglichst hochaufgelöstes Foto. Die Bildgröße für Werbeanzeigen von Veranstaltungen liegt bei 1200×444 Pixel. Geben Sie Ihrer Veranstaltung einen prägnanten Namen und fügen Sie auch einen Link zu Ihrer Website hinzu. Außerdem sollten Sie den Standort angeben, damit auch Personen in Ihrer Nähe erreicht werden. Füllen Sie so die weiteren Felder möglichst ausführlich aus, denn je mehr Angaben Sie zu Ihrer Veranstaltung machen, desto gezielter können Sie Ihre Zielgruppe damit ansprechen.

Fazit

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Facebook trotz starker Konkurrenz anderer sozialer Netzwerke immer noch ein sehr großes Publikum bedient.

Das Soziale Netzwerk ist weiterhin eine gute Lösung, um auch von älteren Gruppen wahrgenommen zu werden. Der Fokus liegt hier jedoch eher, anders als bei Instagram, auf dem persönlichen und sozialen Interagieren mit Freunden und Familie. Daher ist es hilfreich auf bezahlte Werbung zu setzen, denn dann erreichen Sie auch neue Kunden.

Erwähnenswert ist es auch, dass Facebook es leichter macht, User auf eine Drittanbieter-Seite wie einen Online-Shop zu führen. Es lohnt sich also mit Ihrem Unternehmen auf Facebook aktiv zu werden, um Produkte und Dienstleistungen zu bewerben. Nutzen Sie die angebotenen Business Tools von Facebook, um Ihre Zielgruppe zu definieren und entsprechenden Content zu erstellen. Die hier angeführten Tipps sind nicht allgemein gültig, sie dienen lediglich als Inspiration und Hilfe für den Erfolg Ihres Online-Auftritts. Wie Sie Ihre Facebook-Strategie ausbauen, das hängt im Endeffekt von Ihnen selbst und Ihrer Community ab. Probieren Sie aus, welche Beiträge wann am besten laufen und passen Sie so individuell Ihren Content an Ihren Follower an.

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