Mehr als Follower: Community Aufbau im Jahr 2025

„Community First!“ – so lautet das Motto vieler Creator dieses Jahr auf Instagram und co. Follower-Zahlen sagen schon längst nicht mehr alles über den Erfolg in den sozialen Medien aus. Was dieses Jahr und auch zukünftig immer entscheidender wird ist der Aufbau und die Pflege einer echten und starken Community. 

„Gemeinschaft und Verbundenheit werden im Jahr 2025 wichtiger sein als je zuvor. Menschen sehnen sich nach Authentizität und möchten sich als Teil von etwas fühlen – sie werden nach echten Beziehungen zu Marken, Kreativen, Influencerinnen oder Influencern und anderen suchen, sowohl online als auch im Internet der Dinge.“

Community ≠ Follower

Am Anfang war die Facebook-Gruppe. Mittlerweile finden sich (Nischen)-Communities auf allen gängigen Social Media Plattformen: Instagram, YouTube, Twitch oder anderen Streaming-Plattformen, Reddit oder auch TikTok (Stichwort: #Booktok). 

BookTok Community
Lese-Hype auf TikTok: Unter dem Hashtag #BookTok stellen User ihre Lieblingsromane vor.

Communities besitzen meist folgende Eigenschaften:

Diese Eigenschaften von Communities können sich Creator oder Marken zunutze machen. 85 % der Marketingprofis sind der Meinung, dass 2025 der Aufbau einer aktiven Community entscheidend für eine erfolgreiche Social-Media-Strategie ist.

Doch wie entstehen Communities? Eine Community entsteht nicht zufällig, sobald eine Marke oder ein Creator anfängt Reichweite zu generieren und die Follower-Zahlen steigen. Nicht jeder Follower fühlt sich direkt als Teil der Community. Sie ist das Ergebnis von langwieriger Arbeit in Form von:

  • Dialog und Austausch in Kommentaren und Nachrichten,
  • aktivem Einbinden der Follower in Umfragen, Entscheidungen und Prozesse
  • und Vertrauensaufbau durch z.B. authentische Empfehlungen.

Der einfache psychologische Hintergrund von Communities ist der, dass sich Menschen stärker mit Gruppen verbunden fühlen, in denen sie sich gesehen und verstanden fühlen. Sich als Teil einer Gemeinschaft zu fühlen, schafft Vertrauen und emotionale Bindung, im echten Leben als auch im digitalen Raum.

Warum eine aktive Community so wichtig ist

Eine engagierte Community ist für Marken und Creator das A&O. Welche Vorteile sich aus einer guten Community-Bindung ergeben, stellen wir im Folgenden vor:

1. Hohes Engagement

Eine Studie von Influencer Marketing Hub von 2024 analysierte über 100.000 Influencer-Profile über alle gängigen Plattformen wie Instagram, TikTok oder Twitter und fand heraus, dass Micro-Influencer (10k-50k Follower) im Schnitt etwa 60 % höhere Engagement Rates vorweisen können als große Accounts mit Millionen von Followern. Für das Influencer Marketing bedeutet dies ein Paradigmenwechsel weg von Accounts mit großer Reichweite hin zu kleinen Creators mit Nischen-Community.

2. Markenloyalität

Die Verkaufspsychologie besagt, dass Menschen keine Produkte kaufen, sondern die Emotionen und Gefühle, die mit diesem Produktkauf einhergehen. Wenn ein Creator seiner Community nun ein Produkt empfiehlt, sind die Mitglieder eher geneigt dazu, es nachzukaufen, weil sie dem Creator vertrauen und dazugehören wollen. Nach Nielsen vertrauen 88 % der Menschen Empfehlungen von Personen, die sie kennen (oder zumindest das Gefühl haben, die Person gut zu kennen).

3. Direktes Feedback

Unternehmen erhalten Feedback zu Produkten aus erster Hand – und zwar in Echtzeit und ohne Umwege. Bereits für die anfängliche Ideenentwicklung und Prototyp-Testung kann die Community aktiv eingebunden werden. So kann ein Produkt entwickelt und optimiert werden, was den Anforderungen der Kunden entspricht und sich demnach auch gut verkaufen lässt.

4. User Generated Content

UGC (User Generated Content) bezeichnet Inhalte, die nicht direkt vom Unternehmen oder dem Creator, sondern von der Community erstellt werden. Dieser Content ist besonders authentisch und wertvoll. Rezensionen, Erfahrungsberichte oder kreativer Input jeglicher Art – die Markenbotschaft wird ganz von selbst verstärkt, ohne dass das Unternehmen oder der Creator dafür etwas tun muss. Besonders aktive Follower innerhalb der Community können zu Botschaftern werden, die wiederum neue Mitglieder anziehen.

5. Langfristiges Investment

Social Media User werden täglich mit einer Vielzahl von Werbeanzeigen, Botschaften, Inspiration und neuen Trends konfrontiert. Werbetreibende buhlen um eine Aufmerksamkeitsspanne der User, die sich im Bereich von wenigen Sekunden befindet. Eine treue Community hilft dabei, eine stabile und langfristige Basis – unabhängig von Trends oder Plattformen, zu bilden.

„Community First”: Best Practice-Beispiele

Mittlerweile finden sich viele Best Practice-Beispiele, wie Marken und Creators es schaffen, den Community Aufbau in der gesamtheitlichen Social-Media-Strategie zu priorisieren. Drei passende Beispiele haben wir hier rausgesucht:

NOLES Community Trip

Ann-Katrin Schmitz analysiert den Impact des NOLES Community Trips.

Farina Opoku ist eine der größten Creatorinnen aus Deutschland. Zusammen mit ihrer Managerin und Social-Media-Expertin Ann-Katrin Schmitz haben sie die Marke Noles für luxuriöse Home und Spa Produkte gegründet. Für den Launch des zweiten Parfums haben sie keine PR-Pakete an die Influencer-Kollegen verschickt, wie es oft der Fall ist, sondern zehn Frauen aus der Community und die 3 Top-Kundinnen des Onlineshops ausgewählt und diese auf einen exklusiven Trip nach Griechenland eingeladen, um dort in einer privaten Atmosphäre den Launch des Produktes zu feiern. Das Ergebnis: Authentische Stories, ein gestärktes Wir-Gefühl, emotionale Bindung und eine begeisterte Community.

Vetain Produktentwicklung

In der Vetain Community wird aktiv nach Freiwilligen gesucht, die das neue Produkt testen möchten.

Vetain ist ein Start Up aus München, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, vegane Proteinpulver und Nahrungsergänzungsmittel ohne Zusätze, mit Bio-Zutaten und 100 % natürlich herzustellen. Zu den auf der Website beworbenen „wohl cleansten Supplements der Welt“ gehören Proteinpulver, Riegel oder auch Nussmus. Die wachsende Community von Vetain wird über die Markenbotschafter, z.B. marias.kitchenstories, aktiv in die Produktenwicklung mit einbezogen. Auf Instagram sucht sie nach 20 Freiwilligen aus der Community, die ein neues Produkt vorab kostenlos testen möchte. Diese Exklusivität steigert sowohl das Engagement als auch die Markenbindung. Die Follower fühlen sich nicht nur als Konsumenten, denen das fertige Produkt vorgestellt wird, sondern als Teil des Entwicklungsprozesses, der echtes Feedback mit einfließen lassen und an Entscheidungen teilhaben kann.

Püntis Community Gönnung

Aussichten auf Urlaube in den schönsten Luxushotels sind keine Seltenheit in Püntis Community.

Benjamin Beyer, aka David Puentez oder „Pünti“, ist deutscher DJ und Content-Creator. Er hat in den letzten Jahren eine erfolgreiche Präsenz auf Instagram aufbauen können mit einer Community von mittlerweile fast 400.000 Menschen. Besonders hohes Engagement und Reichweite erreichen seine Beiträge der „Community Gönnung“, in denen er Luxusurlaube oder -produkte an seine Community verlost. Bei ihm gilt zweifelsohne das Motto: „Community First“.
Das hier aufgeführte Gewinnspiel zum Luxushotel Forestis Dolomites erreichte 69.800 Likes und 304.000 Kommentare, was eine unglaubliche Engagement Rate von über 95 % darstellt

Community Management – aber richtig!

Community Management ist die neue Währung im Marketing. 2025 ist fast ein Drittel der Marketer (30 %) der Meinung, dass der Aufbau einer Social-Media-Community an Bedeutung gewinnen wird. Community Management sollte dabei nicht nur „nebenbei“ passieren, sondern fest im Marketing-Team verankert sein. Laut dem Hub Spot Report haben 64 % der befragten Unternehmen einen eigenen Community-Managerin oder Manager. 93 % der Unternehmen werden für dieses Jahr ihre Investitionen in die Community beibehalten oder erhöhen.

Für ein gutes Community Management sind einige Punkte entscheidend:

Schnelligkeit

Reaktionszeit ist entscheidend. Nutzer:innen erwarten schnelle Antworten, vor allem bei Support-Anfragen oder kritischen Kommentaren.

Jede Plattform hat ihre eigene Dynamik, eigene Zielgruppen und ihre eigene Sprache. Während auf Facebook vermehrt kritische Service-Anfragen zu finden sein können, ist die Stimmung auf TikTok beispielsweise viel lockerer und direkter. Community Manager müssen die Kommunikation auf die jeweiligen Plattformen anpassen. Natürlich gilt immer: Respektvoll und kundenorientiert.

Reines Antworten reicht nicht immer aus: Wer eine echte Community aufbauen möchte, muss in die proaktive Kommunikation gehen. Nachfragen stellen, Zuhören und Feedback weitergeben sind hier entscheidend.

Jedes Unternehmen oder Creator wird sich früher oder später einmal mit kritischen Stimmen auseinandersetzen müssen. Bei einem konstruktiven Dialog auf Augenhöhe kann dabei viel Verbesserungspotenzial mitgenommen werden. Bei Hass, Beleidigungen & Internet-Trollen hört die konstruktive Kritik jedoch meist auf. Lesen Sie hierzu gerne unseren Blogbeitrag „Hass im Netz als Unternehmen begegnen“.

Fazit: Community Management ist unabdingbar

Communities sind längst nicht mehr nur ein netter Bonus, sie sind ein entscheidender Erfolgsfaktor im Social Media Marketing. Sie stärken die Markenloyalität, weil User sich mit einer Marke identifizieren, wenn sie Teil einer Gemeinschaft sind.

Darüber hinaus liefern Communities wertvolles Feedback und wirken wie ein Co-Creation-Hub: Produkte, Kampagnen oder Ideen lassen sich direkt mit der Community testen und feedbacken. Ein weiterer Vorteil ist der daraus entstehende kostenlose User Generated Content. Mitglieder teilen ihre Erfahrungen, posten Bilder oder verfassen Rezensionen – und werden damit zu authentischen Markenbotschaftern.

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