+352 2674 554 41Mo. - Fr. 8:00 - 18:00 Uhr

Virtual Influencer – Die Zukunft des Social Media Marketings?

You are currently viewing Virtual Influencer – Die Zukunft des Social Media Marketings?

Sie präsentieren sich in den neusten Designer-Klamotten, zeigen sich in einem Selfie vor berühmten Sehenswürdigkeiten und essen unsere Lieblingsgerichte. Dass es sich in Wahrheit gar nicht um richtige Menschen handelt, erkennt man dabei erst beim zweiten Blick. Die Rede ist von virtuellen Influencern, die seit wenigen Jahren eine immer größer werdende Präsenz auf Social-Media-Plattformen generieren.

Doch was genau steckt hinter den Virtual Influencern und wie können Unternehmen bzw. Marken von ihnen profitieren?

WAS SIND VIRTUAL INFLUENCER?

Jeder der auf Social-Media-Kanälen unterwegs ist wird sie mit Sicherheit kennen: die sogenannten Influencer. Personen, die nahezu täglich Aspekte ihres Lebens in den sozialen Netzwerken teilen, wie zum Beispiel Instagram und TikTok, und ihre hohen Followerzahlen sowie einflussreiche Präsenz nutzen, um gezieltes Marketing für Unternehmen zu betreiben. Seit einiger Zeit scheint es für viele jedoch nebensächlich zu sein, ob sich eine reale Person vor der Kamera befindet oder ein computeranimierter Avatar zu sehen ist.

Virtuelle Influencer, auch Computer Generated Imagery (CGI)-Influencer genannt, spielen im Social-Media Bereich eine immer größer werdende Rolle, besonders im Hinblick auf das Metaversum, welches wir Ihnen bereits in unserem letzten Beitrag vorgestellt haben. Es handelt sich hierbei um digitale Figuren, die von Designern, Programmierern und Social-Media-Managern entwickelt werden, eine individuelle Persönlichkeit bekommen und dank Grafiksoftwares von realen Personen meist kaum noch zu unterscheiden sind. Mit ihren menschenähnlichen Eigenschaften treten sie auf ihren Social-Media Accounts in der Ich-Perspektive auf und zeigen der Community ihr vermeintliches Leben:

Ein Einblick in das „Leben“ der populären virtuellen Influencerin Lil Miquela, die momentan fast 3 Millionen Follower auf Instagram vorzuweisen hat.

Inzwischen findet man die computergenerierten Influencer zahlreich im Web, und im Übrigen gibt es sie nicht nur in täuschend echter Menschengestalt, sondern auch in den unterschiedlichsten Phantasieformen, wie beispielsweise diese farbenfrohe Wurst, die hauptsächlich mit lustigen (Tanz-)Videos die Zuschauer unterhält:

Weitere computergenerierte Avatare in realistischer Menschenform, oder auch als Phantasiegestalten entworfen.

WIE ENTSTEHEN VIRTUAL INFLUENCER?

Bevor eine digitale Figur auf den Social-Media-Plattformen auftreten kann, bedarf es zunächst einiger Vorarbeit. Um beispielsweise einen unternehmenseigenen „Corporate Avatar“ zu kreieren, muss man seine Zielgruppe kennen, die man ansprechen möchte. Mittels datenbasierter Analysen versucht man diese Gruppe von Individuen bestmöglich zu verstehen: Neben den demografischen Merkmalen wie Alter, Geschlecht und Familienstand, sind auch die psychografischen Merkmale, bei denen es um Bedürfnisse, Hobbys und Werte geht, relevant.

Anhand dieser gesammelten Informationen lässt sich die Persönlichkeit der Avatare entsprechend erstellen. Wie soll die Figur äußerlich aussehen? Welches Verhalten ist bei der Zielgruppe angebracht? Welchen Hintergrund bzw. Geschichte hat der Avatar? Welche Art von Content könnte für die Community interessant sein? Die detaillierte Beantwortung solcher Fragen ermöglichen eine durchdachte Konstruktion, die im Anschluss von Grafikern und Social-Media Managern entsprechend umgesetzt werden kann.

NEUE MARKETING POTENTIALE FÜR UNTERNEHMEN UND MARKEN

Die Frage ist nun: Wie können Unternehmen bzw. Marken von virtuellen Influencern profitieren?

Virtuelle Influencer werden bei Marken immer beliebter, und das aus gutem Grund. Zunächst einmal sind sie nahezu gleichermaßen einsetzbar wie echte Influencer und bieten einige Vorteile für das Unternehmen:

  • Kontrolle: Der Auftraggeber besitzt die vollständige Kontrolle über die Art und Weise wie ihre Marke in gesponserten Inhalten dargestellt wird.
  • Zeitlos: Menschliche bzw. biologische Einschränkungen, wie das Bedürfnis zu schlafen, der natürliche Alterungsprozess und schließlich ihre Sterblichkeit sind nicht vorhanden. Theoretisch kann der Avatar auf ewig mit der Marke „zusammenarbeiten“.
  • Verfügbarkeit: Virtuelle Influencer können nicht krank werden oder sind wegen sonstigen Umständen zu bestimmten Zeiten nicht verfügbar.
  • Vorschriften: Zusätzlich bleiben sie völlig unberührt von Arbeitsgesetzen oder Sicherheitsvorschriften, was die Zusammenarbeit erleichtert.
  • Kostenersparnis: Laut einigen Quellen sind im Durchschnitt echte Influencer wesentlich teurer pro Post. Zusätzliche Kosten für z.B. Hotelaufenthalte oder Reisekosten fallen natürlich auch weg.

Neben einigen Vorteilen existieren auch potentielle Nachteile, die abzuwägen sind:

  • Authentizität: Mit dem Wissen, dass sich hinter dem Account nur ein computergenerierter Avatar verbirgt, könnten bei den Followern Bedenken auftreten.
  • Schönheitsideale: Computerdesignte Avatare, die nicht altern, makellos aussehen, immer top gestylt sind, können besonders bei jungen Verbrauchern das Nacheifern unrealistischer Schönheitsideale verursachen und ein geringes Selbstwertgefühl hervorrufen.
  • Emotionen: Gefühle zu transportieren ist eine entscheidende Rolle bei der Beeinflussung des Marktes. Durch Videos und Bilder können zwar Emotionen erzeugt werden, aber virtuelle Influencer haben es schwerer eine bewegende menschliche Note einzubringen, die echte Influencer leicht erreichen können.
  • Skandale: Persönliche Ansichten und Werte, die jeder Mensch vertritt, können zwar bei virtuellen Influencern potentiell nicht zur Schädigung des Markenimages führen, trotzdem sind sie nicht skandalfrei. Calvin Kleins Kampagne mit Lil Miquela und Bella Hadid wurde beispielsweise mit Vorwürfen des Queerbaiting konfrontiert.
Die „I Speak My Truth”-Kampagne mit Model Bella Hadid und Avatar Lil Miquela erntete 2019 viel Kritik, woraufhin sich Calvin Klein öffentlich für den Werbespot entschuldigte.

Bisher sieht man vermehrt Kampagnen mit virtuellen Influencern in der Fashionbranche. Neben der computergenerierten Südostasiatin Maya, die von PUMA speziell gestaltet wurde, um ihre Future Rider-Schuhe zu vermarkten, nutzen auch Unternehmen wie Hugo Boss bereits populäre virtuelle Influencer mit großer Reichweite zu Marketingzwecken:

Hugo Boss setzt für die Frühling/Sommer Kampagne 2022 virtuelle Influencer ein, um deren neue Marke BOSS zu promoten.

Nach der Aussage des CEOs von Hugo Boss ist dies eine Möglichkeit neue und vor allem jüngere Zielgruppen zu erreichen und somit in Zukunft die Bekanntheit der Marke zu fördern.

“It is our aim to excite new and younger target groups and turn them into fans of our brand. Both campaigns are therefore an important step in further boosting brand relevance and in reaching our goal to become a top 100 global brand in the years to come.”

Daniel Grieder, CEO von Hugo Boss

DER AUFSTIEG DER VIRTUELLEN INFLUENCER UND IHRE ROLLE IM METAVERSE

Eine Umfrage Anfang des Jahres, in der über tausend amerikanische Personen befragt wurden, ergab, dass bereits über die Hälfte mindestens einem virtuellen Influencer folgen und hauptsächlich die jüngeren Altersgruppen vertreten sind. Wie sich das in der nächsten Zeit entwickelt, auch in anderen Teilen der Welt, bleibt abzuwarten.

Im Hinblick auf das gegenwärtige Metaversum, welches globale Interaktionen zwischen Menschen in dreidimensionalen virtuellen Welten ermöglicht, ob in der Freizeit oder im Arbeitsumfeld, sollte man die neuen Potentiale nicht ignorieren.

Bereits zahlreiche Marken experimentieren mit der Präsenz im Metaversum und bieten beispielsweise virtuelle Produkte zum Kauf an oder veranstalten Events, die man online besuchen kann. Virtuelle Influencer, die wir jetzt hauptsächlich auf Social-Media Plattformen wie Instagram oder TikTok sehen, werden ebenso eine immer wichtigere Rolle im Metaversum einnehmen. Ihre ganze Existenz ist bereits perfekt zugeschnitten auf die Virtuelle Realität im Metaversum.

FAZIT: SIND VIRTUELLE INFLUENCER DIE ZUKUNFT DES INFLUENCER-MARKETINGS?

Abschließend lässt sich sagen, dass Influencer Marketing einen wesentlichen Bestandteil im Marketing-Mix vieler Unternehmen einnimmt. Und wie sich zeigt, lässt sich dieses auch mit virtuellen Influencern erfolgreich umsetzen.

Ob der Einsatz von virtuellen Influencern nun eine entscheidende Marketing Chance ist, die als Unternehmen frühzeitig ergriffen werden sollte –  gerade mit Blick auf das wachsende Metaversum – wird die Zukunft zeigen.

Sie interessieren sich für Themen des Social-Media Marketings? Bleiben Sie immer up-to-date und informieren Sie sich auf D²M!

Schreiben Sie einen Kommentar