Auf Tuchfühlung mit Social Media Formaten: Teil 4 – YouTube

Auf Tuchfühlung mit Social Media Formaten: Teil 4 – YouTube

Zum Abschluss unserer Social Media Format Reihe geben wir Ihnen Tipps für Ihr Marketing auf der Videoplattform YouTube. Wie Sie bereits in den Beiträgen zu Twitter, Facebook und Instagram gesehen haben, ist Videocontent bei Social Media NutzerInnen am beliebtesten, denn bewegte Bilder sind fesselnd, emotional und im Zeitalter des Informationsflusses leicht zu verdauen. Kein Wunder also, dass YouTube mit mehr als zwei Milliarden Nutzern das zweitbeliebteste soziale Netzwerk und die am häufigsten besuchte Seite nach Google ist. Vor allem die jüngere Generation der 18-34-Jährigen ist unter den ZuschauerInnen stark vertreten.

Obwohl sich YouTube einer derart großen Beliebtheit und Popularität erfreut, sind Unternehmen bei der Nutzung der Plattform immer noch zurückhaltend: Nur etwas mehr als die Hälfte aller befragten Unternehmen gaben an, dass sie Anfang 2020 die Plattform nutzten.

Quelle: Statista

Spulen wir einmal zurück zum Anfang: Im Februar 2005 arbeiteten die drei Gründer Chad Hurley, Steve Chen und Jawed Karim bei dem Zahlungsdienstleister PayPal. Die Idee hinter der Videoplattform entstand daraus, dass sich Karim erneut etwas über den Super Bowl im Internet anschauen wollte, dort aber nichts zufriedenstellendes finden konnte. Also kam ihm die Idee, eine Plattform ins Leben zu rufen, auf der Videos aus aller Welt hochgeladen werden und von jedem Menschen rund um die Uhr abgespielt werden können. Im April des gleichen Jahres wurde von Karim selbst das allererste Video auf YouTube hochgeladen: ein Clip von wenigen Sekunden mit dem Titel „Me at the zoo“. Im November 2006 wurde YouTube von Google zu einem Preis von 1,65 Milliarden Dollar aufgekauft und entwickelte sich seitdem rasant. Genauer gesagt sieht es heutzutage folgendermaßen aus:

Sie sind nun überzeugt, selbst auf YouTube aktiv zu werden? Dann legen wir wieder los mit den Basics wie dem Erstellen eines Profils, bevor wir näher auf verschiedene Werbeformate und Aufrufzahlen eingehen. 

Profil erstellen

Da YouTube zu Google gehört, brauchen Sie zur Profilerstellung ein Gmail-Konto. Je nach Art Ihres Unternehmens ist es sinnvoll, Ihr E-Mail-Konto mit Ihrem YouTube-Kanal zu verknüpfen. Zusätzlich müssen Sie auf YouTube selbst ein Brand-Konto errichten. Dazu klicken Sie auf Ihr Konto in der rechten Ecke und dann auf „Kanal erstellen“ und folgen den weiteren Anweisungen.

Profilbild

Wählen Sie als Profilbild auch hier wieder ein aussagekräftiges Foto, etwa Ihr Unternehmenslogo. Dieses sollte laut Google ein Quadrat im Format 800×800 Pixel oder direkt ein kreisförmiges Foto sein.

Kanalbeschreibung

Als nächstes geht es an die Beschreibung Ihres Kanals, ähnlich wie die Biografie auf Facebook oder Twitter. Stellen Sie hier Ihr Unternehmen vor und die Art der Videos, die Sie veröffentlichen möchten. Verwenden Sie unbedingt Keywords, da die Kanalbeschreibung suchmaschinenrelevant ist und Sie so Ihr Suchmaschinenranking positiv beeinflussen können.

Links

Zum Schluss geben Sie den Link zu Ihrer Unternehmensseite und Ihren Social Media-Profilen an, damit Ihre ZuschauerInnen auch dort schnell und einfach hingeleitet werden.

Bannerbild

Das Bannerbild (ähnlich wie das Titelbild auf Facebook und Twitter) können Sie erst nach Ausfüllen der vorherigen Schaltflächen bearbeiten. Klicken Sie dazu auf „Kanal anpassen“ und danach auf „Branding“. Über „Hochladen“ können Sie nun ein geeignetes Bannerbild auswählen, welches idealerweise 2560×1440 Pixel besitzt. Diese Größe lässt sich optimal auf Desktops, Smartphones oder auf Fernsehern darstellen.

YouTube ermöglicht es Ihnen, eine Version Ihres Profils für Abonnenten und eine Version für Nicht-Abonnenten zu erstellen. Die Nicht-Abonnenten bekommen so andere Inhalte auf Ihrer Startseite angezeigt als diejenigen, die Ihrem Kanal bereits folgen. Einer der größten Vorteile ist hier das Erstellen eines Kanaltrailers, der ausschließlich Nicht-Abonnenten angezeigt wird und im besten Fall zwischen 30 und 60 Sekunden lang ist.

YouTube-SEO

Haben Sie Ihren Kanal nun eingerichtet, kann es mit dem Hochladen von Videos weitergehen. Davor sollten Sie aber folgendes beherzigen: Das alleinige Hochladen von Videos reicht allein nicht aus, um ZuschauerInnen auf Ihr Profil zu locken und AbonnentInnen zu gewinnen. Ohne YouTube-SEO kann es passieren, dass Ihre Videos in der Masse untergehen und den gewünschten Effekt verfehlen. Da YouTube die zweitgrößte Suchmaschine nach Google ist, sollten Sie darauf achten, Ihre Metadaten zu optimieren, also möglichst kurz und prägnant zu formulieren. Auf Basis der Metadaten werden Ihre Inhalte indexiert und in den Suchergebnissen aufgeführt. Dazu gehören:

Titel des Videos

Wenn der Titel vollständig angezeigt und nicht abgeschnitten werden soll, begrenzen Sie sich hier auf 60 Zeichen, die Sie mit Keywords und den wichtigsten Informationen füllen. Der Titel kann entweder Interesse wecken, eine Lösung für ein bestimmtes Problem darstellen oder emotional ansprechen.

Beschreibung des Videos

Hier gehen Sie ähnlich wie bei der Beschreibung Ihres Kanals vor. YouTube zeigt nur die ersten zwei bis drei Zeilen (etwa 100 Zeichen) an, um mehr lesen zu können, müssen NutzerInnen auf „Mehr anzeigen“ klicken. Versuchen Sie demnach das Wichtigste in den ersten Zeilen zu nennen.

Tags

Als nächstes können Sie die wichtigsten Keywords mithilfe von Tags hervorheben. Das Prinzip ist ähnlich wie das der Hashtags auf Instagram oder Twitter. Tags dienen dazu, Videos mit ähnlichen Videos zu verlinken, um die Reichweite zu erhöhen.

Thumbnail

Das Thumbnail ist das Vorschaubild, was ZuschauerInnen beim Scrollen durch YouTube sehen. Es sollte Aufmerksamkeit erzielen und zum Anschauen des Videos anregen. YouTube schlägt Ihnen zwar Thumbnails vor, doch Sie sollten im besten Fall ein eignes kreieren, so wie es 90% der erfolgreichsten YouTuber tun.

Werbung schalten

Nicht nur mit eigenen Videos können Sie Ihr Unternehmen auf YouTube präsentieren, Sie können auch zu effektiven Werbemöglichkeiten greifen, um die Bekanntheit Ihres Unternehmens zu erhöhen. Wie immer sollten Sie auch hier ein bestimmtes Ziel definieren. Alle Anzeigetypen, deren Gebotsstrategie und weitere Informationen können Sie unter https://www.youtube.com/intl/de/ads/running-a-video-ad/ nachlesen. Die Plattform gibt Ihnen folgende Zielvorschläge und passende Werbetypen dazu:

Bekanntheit und Anzeigenerinnerung steigern

Mit diesem Ziel möchten Sie bei bestehenden Kunden im Gedächtnis bleiben und die Aufmerksamkeit neuer Kunden gewinnen. Folgende Anzeigentypen schlägt YouTube hier vor:

  • TrueView for reach (Anzeige ohne Limit vor Videos, Empfehlung: 15 Sekunden)
  • Bumper-Anzeigen (6 Sekunden Anzeige vor Videos)
  • In-streams 15/20s (15 oder 20 Sekunden vor Videos)
  • Outstream video ads (Anzeige als eingebettetes Video in z.B. Nachrichtenartikeln oder Spielen für Mobilgeräte)
  • Masthead (Anzeige erscheint oben auf der YouTube-Startseite)

Kaufbereitschaft und Interesse steigern

YouTube sagt über diese Anzeigetypen aus, dass sie potenzielle Kunden genau dann erreicht, wenn diese sich eine Meinung bilden und für Ihre Werbebotschaft am empfänglichsten sind.

  • TrueView in-stream (Anzeige vor, während und nach Videos, auf Webseiten und Apps von Werbepartner)
  • TrueView discovery (Anzeige in den Suchergebnissen oder neben ähnlichen Videos)

Interaktion steigern

  • TrueView for action (Anzeige mit anklickbarer Schaltfläche wie „Kaufen“, „Kontakt“, „mehr Infos“)
  • Universal App Campaign for Video (YouTube wirbt automatisch für Ihre App, höchste Conversion-Rate)

Aufrufzahlen

Die Aufrufzahlen eines Videos mögen für Sie eindeutiger erscheinen als sie es eigentlich sind. Denn tatsächlich gilt als Richtlinie, dass ein Aufruf zwei Bedingungen erfüllen muss, um als solcher zu zählen:

  1. Der/Die NutzerIn hat das Video selbst zum Abspielen angeklickt.
  2. Er/Sie hat das Video mindestens 30 Sekunden lang angeschaut. Diese können auch durch das „Durchzappen“ addiert werden.

Da viele NutzerInnen mit Ihren Videos Geld verdienen, wird teilweise versucht, die Views künstlich in die Höhe schnellen zu lassen – das ist natürlich verboten! View-Bots erkennen sogenannte Bot-Zuschauer, wenn dieser alle 30 Sekunden das Video wechselt und diese Videos in keinem Zusammenhang miteinander stehen. Die Views dieses „Zuschauers“ werden dann nicht miteinberechnet. Auch Videoaufrufe aus der Autoplay-Funktion werden nicht gezählt. Schaut man ein Video mehrfach an, werden diese Aufrufe jeweils einzeln gezählt, es gibt hier dennoch eine Maximal-Wiedergabe von vier oder fünf Views. Eine konkrete Stellungsnahme von YouTube gibt es nicht. View ist nicht gleich View – Ein/e ZuschauerIn, die sich das ganze Video anschaut und mit dem Konto interagiert ist für das positive Ranking mehr wert als ein einminütiger Aufruf ohne Interaktion.

Fazit

YouTube stellt ein riesiges Potenzial mit einer unfassbar großen Nutzerzahl dar – und Ihre Community ist mit großer Wahrscheinlichkeit auch gerade dabei, sich ein süßes Katzenvideo, ein Tutorial zum Reifenwechsel oder das neuste Musikvideo der Lieblingsband anzusehen. Die Auswahl an Videos ist schier unbegrenzt. Ob es sich für Ihr Unternehmen lohnt, einen YouTube-Kanal zu eröffnen, das hängt davon ab, wie viel Input Sie potenziell liefern können. FollowerInnen schätzen regelmäßige Uploads sehr. Das Ganze ist mit nicht zu unterschätzendem Aufwand und Planung verbunden. Ansonsten bleibt Ihnen immer noch die Möglichkeit der Werbeanzeige, die durchaus auch zur Bekanntmachung Ihres Unternehmens beitragen kann. Egal, welche Möglichkeit Sie in Betracht ziehen, mit unseren Hinweisen haben Sie bereits den ersten Schritt zu einem erfolgreichen YouTube-Marketing geschafft. Natürlich gibt es noch viele, viele weitere Tipps und Tricks zum Optimieren Ihres YouTube-Kanals. Wie entscheiden Sie sich?

Sie interessieren sich für Themen des datengetriebenen Marketings? Bleiben Sie immer up-to-date mit unserem monatlichen D²M-Newsletter.

Schreiben Sie einen Kommentar

6 + fourteen =

Close Menu