Innovationsherd statt Infektionsherd – Corona als Treiber der Entwicklung

Innovationsherd statt Infektionsherd – Corona als Treiber der Entwicklung

Die grassierende Covid-19-Pandemie hält die Welt weiterhin in Atem und hat das gesellschaftliche Leben innerhalb kürzester Zeit auf ein Minimum reduziert. Auch Unternehmen sahen sich gezwungen, ihre tägliche Arbeit temporär zu stoppen und innovative Entwicklungen lagen zeitweise brach. Eine Auswertung der ZEW-Konjunkturumfrage ergab jüngst, dass die Pandemie branchenübergreifend, jedoch insbesondere im verarbeitenden Gewerbe, tiefe Gräben hinterlassen hat, die auch die wirtschaftliche Innovationskraft deutlich schmälerte.

Doch in den vergangenen Monaten der anhaltenden Krise entwickelten sich nach dem vorübergehenden Stillstand zunehmend innovative Lösungen auf unterschiedlichsten Ebenen, die hoffnungsvoll auf eine Zeit nach der Pandemie blicken lassen. Wo aus Not kreative Lösungen binnen kürzester Zeit gesucht wurden, sind viele bahnbrechenden Technologien und Veränderungen gekommen, um zu bleiben.

Wir zeigen Ihnen auf, wo auch in anspruchsvollen Zeiten maßgebliches Innovationspotenzial verborgen liegt und welche Tendenzen Unternehmen jetzt als richtungsweisende Orientierungspunkte wählen müssen, um dynamisches Wachstum zu garantieren.

„Das einzig stetige ist die Veränderung“.

Das Zitat zeigt: auch nach mehr als zwei Jahrtausenden hat dieser Satz nichts an Gültigkeit oder Aktualität eingebüßt und gilt umso mehr für die heutige Zeit, in der disruptive Technologien und digitale Geschäftsmodelle im Sekundentakt für Neuerungen sorgen.

Dabei ist nicht das Virus selbst der Treiber der Innovation, sondern markiert einen gesellschaftlichen Wendepunkt, der bereits bestehende Defizite wie Digitalisierungsrückstände, Lieferengpässe, ineffiziente Arbeitsweisen sowie undurchsichtige Wertschöpfungsketten deutlich vor Augen führte.  

Die aktuelle Zeit steht nicht nur im Zeichen von Corona, auch die Digitalisierung als richtungsweisende Triebkraft der Innovation ist zum Buzzword der aktuellen Stunde gereift. Insbesondere die Bereiche der virtuellen Zusammenarbeit, des mobilen und flexiblen Arbeitens im Homeoffice sowie des virtuellen Recruitings werden von grundlegenden Veränderungen berührt. Gezielte Investitionen in technologische Entwicklungen liegen hierbei im Fokus zahlreicher Unternehmen sowie staatlicher Einrichtungen und nötigt diese zur Realisierung kreativer Lösungen. Die Zukunft der Unternehmen scheint nunmehr branchenübergreifend in der Hand autarker Künstlicher Intelligenzen, IoT, Cloud Computing, Robotisierung sowie Prozessautomatisierungen zu liegen.

Digitale Schlagkraft in Zeiten der Pandemie

Der Digitalisierungsstand wird sich somit zukünftig von immer größerer Relevanz zeigen und ein grundlegendes Erfolgsmaß in Bezug auf die Wettbewerbsfähigkeit darstellen. Gerade für kleinere und mittelständische Unternehmen ohne übermäßige Finanzmittel ist es demnach von immenser Bedeutung, den technologischen Anschluss nicht zu verpassen und sich im Bereich der Digitalisierung kontinuierlich weiterzuentwickeln, um den neuen Anforderungen des Marktes gerecht zu werden.

Die Welt im Spannungsfeld zwischen lokal und global

Die Digitalisierung forciert die weltweite Vernetzung und Verknüpfung global umspannender Wissensnetzwerke. Insbesondere während der Corona-Krise konnten durch sektorübergreifende Zusammenschlüsse und schnelles Umdenken stockende Lieferketten überbrückt und notwendige Güter produziert werden. Durch den Blick über den branchenspezifischen Tellerrand, außerhalb des traditionellen Spektrums und die Erweiterung des unternehmerischen Horizonts, werden in Zukunft vermehrt kollaborative Projekte anvisiert und die Aufmerksamkeit verschiebt sich zunehmend auf globales Networking. Sharing is caring. Niemals war der globale Bildungsstand höher als aktuell und Wissen wird gegenwärtig mehr und mehr zu einem dezentral organisierten, digital verfügbaren Allgemeingut, welches insbesondere für Unternehmen eine wertvolle Ressource darstellt.

Die Pandemie hat nicht nur Rückstände im Bereich der Digitalisierung und Gesundheitsversorgung zu Tage gebracht. Produktionsstopps und intransparente Lieferketten zeigen deutlich die Problematiken und Limitationen durch die Ausdifferenzierung im Zuge der Globalisierung. Für Unternehmen offenbart sich hier neben Herausforderungen eine zukunftsweisende Chance, da sich aufgrund dieser Erfahrungen ein fortschreitender, jedoch veränderter Globalisierungstrend, eine „Glokalisierung“, abzeichnet.

In der Krise liegt die Kraft- Digitalisierung als Grundpfeiler der Innovation

Die pandemischen Entwicklungen und Einschränkungen zwangen Unternehmen dazu, anhand kreativer Lösungen ad hoc auf plötzliche neue Anforderungen zu reagieren. Dabei zeigte sich, dass sich in der Vergangenheit insbesondere jene Firmen, die ihr Innovationspotenzial auch in schwierigen Zeiten nutzten und weiterhin in die Entwicklung kreativer Lösungen investierten, Krisen weitaus besser überstanden als solche, die Investitionen drastisch reduzierten. Pioniergeist und innovative Ideen kluger Köpfe scheinen immun gegen das Virus – und ebenso ansteckend. Die Digitalisierungsbestrebungen in den Unternehmen haben während der Krise einen gewaltigen Schub erhalten. Zwischen Fiktion und Realität in Bezug auf den tatsächlichen Digitalisierungsstand klafft jedoch weiterhin eine enorme Lücke. Innovationsprozesse schnellstmöglich in bestehende Prozesse zu implementieren sowie Entwicklungschancen zu ergreifen, wird zukünftig eine noch dringlichere Aufgabe von Unternehmen werden.

Einzelhandel strebt zunehmend in Richtung E-Commerce

Die Digitalisierung kennt kaum Grenzen und auch digitale Dienstleistungen sowie Automatisierungsprozesse im Zuge der Industrie 4.0., basierend auf Künstlicher Intelligenz und Robotisierung, lassen Markt- und Sektorgrenzen zunehmend verschwimmen. Die Corona-Pandemie befeuerte die Akzeptanz und breite Nutzung sozialer Medien und sorgte privat als auch im Bereich des Online-Handels für einen regelrechten Social Media Boom. Der klassische Einzelhandel verschiebt sich zunehmend in die sozialen Medien. Marketing-Strategien müssen im Zuge von Kontaktbeschränkungen, geschlossenen Geschäften und zunehmender Online-Konkurrenz neu gedacht werden. Auch hier sind innovative Ideen und Anpassungsfähigkeit gefragt.

Teleshopping 2.0 und Möbel für Selbstabholer

Das Beispiel des traditionsreichen Kaffeehaus-Unternehmen Tchibo zeigt exemplarisch, wie eine innovative Reaktion auf gewandelte Bedürfnisse aussehen kann. Um Kundennähe via digitaler Live-Formate virtuell zu simulieren, veranstaltet das Unternehmen zukünftig digitale Shopping-Live-Streams, die eine direkte Interaktion mit den Kunden sowie neue digitale Absatzmöglichkeiten ermöglicht. Aus klassischem Teleshopping wird so Teleshopping 2.0. – nun über das Smartphone.

Quelle: tchibo.de

In Zeiten des Zuhause-Bleibens erhält die Gestaltung der eigenen vier Wände eine völlig neue Qualität. Der Möbelkonzern Ikea schafft Ende des Jahres 2020 seinen berühmten Print-Katalog zu Gunsten von Apps und digitalen Service-Angeboten ab. Neben Baumärkten schalteten Möbelhäuser wie Ikea und co. während der Pandemie binnen kürzester Zeit in den Krisen-Modus und bieten fortan nahezu ihr vollständiges Sortiment online versandfertig oder als „Click and Collect“ abholungsbereit für Kunden an.

Diese ausgewählten Beispiele zeigen eindrücklich die nun dringlichste Aufgabe sowohl für namhafte Unternehmen, als auch für kleinere und Mittelständler – Potenziale erkennen, (digitale) Trendrichtungen antizipieren und innovative Neuerungen in die Wege leiten.

Social Distancing: Vom Way of living der Pandemie zum Way of Working nach der Krise

Wenn sich neben veränderten Marketing- und Absatzstrategien bereits eine deutliche Entwicklung innerhalb des letzten turbulenten Jahres abzeichnete, dann anhand fundamentaler Veränderungen innerhalb der Arbeitswelt. Alternierende Lockdown-Phasen mit mehr oder weniger strengen Kontaktbeschränkungen, trugen auf eindrückliche Weise zu einem Flexibilisierungs- und Anpassungsprozess bei. Dezentralisierung durch Digitalisierung ermöglicht unter anderem die Arbeit im Homeoffice, überbrückt physische Distanz durch digitale Meetings und erleichtert virtuelles Recruiting.

Quelle: Bitkom Research 2020

Effizientes Arbeiten durch Flexibilisierung der Arbeitsformen und -zeiten dank ausgebauter digitaler Möglichkeiten werden auch in Zeiten, in denen menschliche Nähe und körperliche Anwesenheit wieder sorgenfrei möglich ist, voraussichtlich bleiben. Neue Dimensionen der Konnektivität und modifizierten Anforderungen durch die Industrie 4.0. wird die (Arbeits-)Welt nach Covid-19 maßgeblich diktieren und Firmen dazu zwingen, sich diesen neuen Herausforderungen anzupassen.

In diesem Sinne gewinnen auch Online-Plattformen eine völlig neue Relevanz, da sie als kommunikative Arenen und virtuelle Marktplätze fungieren, das Zusammentreffen moderieren und Kommunikationswege erleichtern. Auch in Zukunft wird die Plattform-Ökonomie noch stärker in Unternehmensgründungs-Prozesse als auch innerhalb von Geschäftsmodellen involviert werden. Mit Digitalisierungsschüben in Handel und der Arbeitswelt entwickeln sich jedoch auch völlig neue Probleme und Anforderungen. Die neue Flut an Daten führt derweil zu weitreichenden Sicherheitsrisiken und es werden wiederum innovative Ideen benötigt, um diesen Herausforderungen begegnen zu können.

Corona – eine Chance?

In welchen Bereichen steckt nun das größte Entwicklungspotenzial und wie können diese Treiber für zukünftiges Wachstum genutzt werden?

Die Corona-Pandemie ist die Quelle gleich zweier tiefgreifender Entwicklungen. Zum einen markiert sie einen markanten Wendepunkt in grundlegenden Arbeitsweisen und -abläufen, geprägt durch vermehrte virtuelle Zusammenarbeit, effizientere und schnellere Abläufe dank fortschreitender Automatisierung von Prozessen sowie einem grundlegenden, mentalen Anpassungs- und Wandlungsprozess. Zum anderen wirkt sie als Innovationstreiber jener technologischen Entwicklungen, digitaler Kommunikationstools, Produkte und Anwendungen, die es zur Umsetzung dieser neuen Anforderungen benötigt. Ähnlich wie das Virus mutiert auch die Gesellschaft.

In jeder Krise steckt auch eine disruptive Kraft und die Eröffnung neuer Wege – Raum für nunmehr qualitatives Wachstum. Der Schlüssel, um die Krise in eine Chance zu wandeln, liegt in der Resilienz der Unternehmen, sich diesem fundamentalen gesellschaftlichen Strukturwandel dynamisch anzupassen und erfolgreich in eine Post-Corona-Welt zu starten. Wo einzelne Unternehmen das größte wirtschaftliche Entwicklungspotenzial verorten, hängt letztlich von individuellen Faktoren, Ressourcen, Kapazitäten und Unternehmensschwerpunkten ab.  Auch andere Megatrends wie etwa Nachhaltigkeit, Sicherheit, Mobilität oder Gesundheit werden die Zukunft und die agierenden Akteure nachhaltig prägen.

Unser Fazit: So paradox Entwicklungsinvestitionen in krisenhaften Zeiten klingen mögen, so wegweisend sind sie. Investition in Innovation lohnt sich – auf nahezu allen Ebenen. Insbesondere der Onlineauftritt und die mediale Präsenz von Unternehmen sowie das digitale Marketing, das bereits vor der Pandemie von immenser Bedeutung war, wird nun überlebenswichtig.

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