Auf Tuchfühlung mit Social Media Formaten: Teil 2 – Instagram

Auf Tuchfühlung mit Social Media Formaten: Teil 2 – Instagram

71% der 1 Milliarde Nutzer unter 35 Jahren, 4x mehr Interaktionen als auf Facebook und 2 Millionen Unternehmen, die hier Werbung schalten: Die Rede kann nur von einem sozialen Netzwerk sein. Nachdem wir uns im letzten Beitrag Facebook genauer angeschaut haben, tauchen wir heute in die Instagram-Welt ein. Neben Facebook und Twitter ist Instagram eines der größten sozialen Netzwerke auf der Welt. Im Mittelpunkt von Instagram stehen Fotos und Videos, die mit Hashtags versehen und mit der Community geteilt werden können. Wir geben Ihnen in diesem Blogbeitrag einfache Basics zum Umgang mit Instagram an die Hand, aber auch ein paar hilfreiche Tipps.

„Instagram ist das neue Facebook“

Die Plattform wurde 2010 in San Francisco von Mike Krieger und Kevin Systrom gegründet. Die beiden störte damals, dass das Senden und Teilen von Fotos an Freunde zu lange dauerte, umständlich war und die Bilder meist eine schlechte Qualität hatten. Instagram diente in den Grundzügen als Lösung dieser Probleme, da man dort Fotos versenden, auf anderen Plattformen teilen und mit Filtern bearbeiten konnte. Seit der Gründung in 2010 wächst Instagram stetig und ist mittlerweile nicht mehr nur bei Urlaubern beliebt, die ihre letzten Strand- oder Wanderfotos präsentieren wollen. Der beliebte Kanal ist ein lukrativer Ort für Unternehmen geworden, um Aufmerksamkeit und Umsätze zu generieren – nicht zuletzt durch Kooperationen mit InfluencerInnen.

Im April 2012 erreichte Instagram den Meilenstein von 100 Millionen aktiven Nutzern. Zum gleichen Zeitpunkt übernahm Facebook den Kanal für den stolzen Preis von einer Milliarde Dollar. Eine Studie der HTW Berlin fand 2019 heraus, warum Instagram derart beliebt bei Nutzern und Content Creatorn ist: Die Wachstumsrate bzw. Reichweitenentwicklung fällt deutlich höher aus (4,91%) als auf Facebook (0,41%). Außerdem sind die Interaktionsraten auf Instagram ebenfalls deutlich höher (3,71%) als auf Facebook (0,18%).

Die Instagram-Zielgruppe

Wie bei jeder anderen Social-Media-Plattform ist es auch hier wichtig, die eigene Zielgruppe zu definieren, um eine geeignete Marketingstrategie zu entwickeln. Dafür sollten Sie erst einmal wissen, welche Menschen potenziell erreicht werden können. Im Jahr 2020 nutzen knapp 20 Millionen Deutsche das soziale Netzwerk. Darunter befindet sich größtenteils eine junge Zielgruppe zwischen 18 und 30 Jahren, wobei die umfangreichste Nutzergruppe die der 25- bis 34-Jährigen darstellt. Unterschiede zwischen weiblichen und männlichen Nutzerzahlen gibt es kaum. Genauere Informationen zu Ihrer Zielgruppe bezüglich Alter, Standort und Interessen finden Sie in den Insights, dem kostenlosen Analysetool in Business Profilen.

Das (Business)-Profil im Überblick

Ein Business Profil bietet gegenüber dem „normalen“, privaten Account viele praktische Funktionen, die Sie als Unternehmen zu Ihrem Vorteil nutzen sollten. Dazu gehören unter anderem:

  • Kontaktmöglichkeiten in der Biografie hinzufügen, damit Kunden mit Ihnen schnell und einfach in Kontakt treten können
  • Ihre Website verlinken
  • Werbung schalten
  • Genaue Einblicke durch die Insights zu Ihrer Zielgruppe erhalten und Fortschritte beobachten

Profilbild und Nutzername

Wählen Sie ein aussagekräftiges Profilbild, beispielsweise Ihr Unternehmenslogo und einen entsprechenden Nutzernamen. Sind Sie bereits in anderen sozialen Netzwerken aktiv, wählen Sie denselben Nutzernamen, den Sie dort verwenden. So werden Sie am einfachsten gefunden und erhöhen dadurch Ihren Wiedererkennungswert. Gleiches gilt für das Profilbild: Achten Sie darauf, dass dieses als Kreis zugeschnitten wird und in der Mobil-App einen Durchmesser von 110 Pixeln hat, im Web jedoch größer dargestellt wird.

Biografie

In der Biografie sollten Sie Ihr Unternehmen mit den wichtigsten Infos wie Aktivitätsbranche, Leitspruch, Besonderheiten etc. beschreiben und auch Marken-Hashtags und Emojis sowie einen Link zur Website einfügen. Dafür haben Sie 150 Zeichen zur Verfügung. Die Biografie ist das Aushängeschild Ihrer Seite, anhand dessen viele NutzerInnen entscheiden, ob Sie auf Ihrem Profil bleiben oder nicht. Nutzen Sie also die wenigen Zeilen, um potenzielle FollowerInnen oder KundInnen von Ihnen zu überzeugen.

Insights

Wie bereits oben genannt, bekommen Sie durch die Insights detaillierte Informationen zu Ihrer Zielgruppe und Ihren Beiträgen. So können Sie Ihr Wachstum im Auge behalten und Impressionen, Reichweite und Interaktionen zu einzelnen Beiträgen einsehen. Diese Informationen erhalten Sie auch zu Stories, die nach 24 Stunden automatisch gelöscht werden, wenn Sie sie nicht als Highlights speichern. Dort sehen Sie beispielsweise wer Ihre Story angesehen hat, wie viele Personen auf Markierungen geklickt haben oder wie oft Ihre Story an andere NutzerInnen weitergeleitet wurde.

Quelle: eishofer.com, “Instagram Profil in Business Account umwandeln

Highlights

Bereits aufgenommene Stories können aus dem Archiv in sogenannten Highlights thematisch zusammengefasst werden. Die Stories in den Highlights werden so unbegrenzt aufrufbar und verschwinden nicht nach Ablauf der 24 Stunden. Wussten Sie, dass Sie entgegen des verbreiteten Glaubens, man müsse für das Titelbild eines Highlights dieses Bild erst als Story posten, ganz einfach ein Bild aus Ihrer Galerie wählen können, ohne dieses vorher als Story zu posten? Gehen Sie dafür auf das Highlight, „Titelbild bearbeiten“ und wischen Sie ganz nach links auf das Galerie-Symbol.

Strategie

Vor allem auf Instagram ist es wichtig, eine Content-Strategie zu entwickeln und sich zu überlegen, welche Ziele Sie damit verfolgen wollen. Diese könnten sein, dass Sie den Umsatz steigern, die Bekanntheit des Unternehmens erhöhen oder die Kundenbeziehung verbessern möchten. Dazu können Sie sich folgende Fragen stellen:

1. Wie oft und wann posten Sie?

Sie sollten zwar regelmäßig Posts veröffentlichen, diese sollten aber stets einen Mehrwert für Ihre Follower haben. Sie erinnern sich an den Spruch: „Qualität vor Quantität“. In den Insights sehen Sie, um welche Uhrzeit Ihre Community aktiv ist und können zu diesen Zeiten Posts veröffentlichen, um möglichst viele Follower zu erreichen. Als Richtwert empfiehlt sich etwa 5-mal in der Woche aktiv auf Instagram zu sein. Probieren Sie sich aber vorrangig selbst aus, was für Sie am besten funktioniert und was Ihren Followern gefällt.

2. Welche Content-Themen sprechen Sie an?

Der Content, den Sie posten, sollte natürlich thematisch zu Ihrem Unternehmen passen. Nutzen Sie dabei die unterschiedlichen Formate, die Ihnen auf Instagram zur Verfügung stehen: Neben dem herkömmlichen Bildpost können Sie Videos in Form von Reels (von TikTok inspirierte 15-sekündige Videos) oder IGTVs (bis zu 60-minütige Videos) veröffentlichen, um so die größtmögliche Abwechslung und Unterhaltung zu bieten. Tatsächlich generiert Video-Content die größte Aufmerksamkeit. Seit neustem gibt es auch die Guide-Funktion. Dort können Sie ähnlich wie bei einem Blogbeitrag Artikel aus Instagram-Beiträgen zusammenstellen.

3. Welchem Stil folgen Ihre Beiträge?

Hier können Sie sich überlegen, ob die Bild- oder Videobeschreibung bestimmte Merkmale haben soll wie Formulierungen oder Emojis. Über eine Studie fand man heraus, dass gut gewählte Emojis die Interaktion um fast 50% steigern können. Oder Sie verwenden in jedem Ihrer Beiträge visuelle Elemente und bestimmte Hashtags in der Beschreibung. Letztere sollten Ihre Marken-Hashtags aber auch für den Beitrag relevante Hashtags sein, die nicht zu allgemein gefasst sind. So gehen Ihre Beiträge in der Masse nicht unter und werden auch anderen Interessenten angezeigt. Mehr dazu an anderer Stelle.

4. Wie interagieren Sie mit Followern?

Diese Frage sollte klären, wie Sie mit Likes und Kommentaren auf Ihrem eigenen Profil als auch auf anderen Profilen umgehen. Wie antworten Sie auf Kommentare? Welche Beiträge kommentieren und liken Sie selbst? Wie und was kommentieren Sie? Kundennähe und Schnelligkeit ist in dem schnelllebigen Netzwerk das A und O, je schneller und spontaner sie mit Ihren Followern interagieren, desto besser. Außerdem können Sie durch Kommentare auf verwandten Profilen ebenfalls neue InteressentInnen auf Ihre Seite locken.

Der Feed – die wichtigsten Basics

Qualität

Da Instagram in seinen Grundzügen eine Foto-App und dadurch stark visuell ist, bildet der Feed, also Ihre Beiträge, den Kern des Profils. Achten Sie hier auf einheitliche Farbgebung, beispielsweise in den Farben Ihres Corporate Designs, um ein „chaotisches Durcheinander“ zu vermeiden und dem Auge des Betrachters zu schmeicheln. Natürlich sollte die Bildqualität auch stimmen. Um einen einheitlichen Feed zu erstellen, können Sie Foto-Bearbeitungs-Apps wie Lightroom oder VSCO benutzen und dort einen Filter für Ihre Beiträge kreieren. Außerdem kann es sinnvoll sein, eine App zur Planung von Beiträgen zu verwenden. Beispiele wären hier Planoly oder Preview. Makellose Fotos dagegen sollten Sie vermeiden, denn so wirken Sie weder authentisch noch nahbar für den Follower. Stichwort: Authentizität.

Beitragstext

Hier können Sie Ihrer Kreativität freien Lauf lassen, je individueller desto besser. Nutzen Sie passende Emojis und enden Sie den Text mit einem Call-to-Action, beispielsweise in Form einer einfachen Frage, die in den Kommentaren beantwortet werden soll. So erhöhen Sie Ihr Engagement schnell und effektiv. Lange Texte sollten Sie mit Absätzen versehen, sodass die Leserlichkeit erhalten bleibt. Tipp: Da man bei Instagram keine Absätze einfügen kann, ist es hilfreich, den Text in der Notizen App vorzuschreiben und dort entsprechend zu formatieren und danach bei Instagram einzufügen. Fangen Sie mit dem Wichtigsten an, was Sie vermitteln wollen, denn nur die ersten 125 Zeichen werden angezeigt. Überladen Sie Ihre Stories nicht mit zu viel Text, sondern teilen Sie diesen auf und spielen Sie mit verschiedenen Schriftarten, Stickern oder Emojis.

#Hashtags

Wer die richtigen Hashtags unter Beiträgen und in Stories platziert, kann seine Reichweite steigern und wird im besten Fall mit Likes und neuen Followern belohnt. Auch in der Biografie tragen Hashtags dazu bei, dass Ihr Profil öfter gefunden wird. Doch die Auswahl an geeigneten Hashtags soll geübt sein. Unter Beiträgen sind bis zu 30 Hashtags möglich, in Stories bis zu 10. Unter einer Flut von Rauten kann jedoch schnell einmal die Übersichtlichkeit und Ästhetik leiden. Hier zwei kleine Tricks, um dies zu vermeiden:

  • Verstecken Sie die Hashtags in einer Story hinter Stickern oder anderen Elementen oder färben Sie diese in der gleichen Hintergrundfarbe ein. Dadurch werden sie für den Zuschauer „unsichtbar“, erhalten jedoch ihre Funktion.
  • Unter einem Beitrag können Sie die Hashtags einfach kommentieren. So stören Sie nicht in der Bildunterschrift.

Werbung

Auf Instagram können Sie Werbung in Form von Story Ads, Photo Ads, Video Ads, Carousel Ads, Collection Ads und IGTV Ads schalten. Dafür wählen Sie entweder einen bereits vorhandenen Beitrag aus und klicken auf „Hervorheben“ oder veröffentlichen einen neuen, bei dem Sie dann Ziel, Budget und Laufzeit der Werbung einstellen. Es empfiehlt sich, erst dann Werbung zu schalten, wenn Sie sich bereits eine Community aufgebaut haben und ein Gespür dafür haben, was bei Ihren Followern gut ankommt. Dann ist es für Sie auch leichter, aus der Vielzahl an Werbemöglichkeiten die für Sie relevanten zu ermitteln. Bedenken Sie, dass sich im Jahr 2020 jeden Tag 500 Millionen Menschen Stories ansehen. Eine Story Ad mit eingefügtem Link zu Ihrer Website oder Ihrem Onlineshop könnte sich da sehr gut auszahlen.

Content-Ideen

  • Behind the scenes – ein exklusiver Blick hinter die Kulissen ist spannend und macht Sie als Unternehmen nahbar und authentisch. Ein Rundgang durchs Büro, Team-Veranstaltungen oder kurze, spontane Videos der Mitarbeiter kommen mit Sicherheit gut bei Ihrer Community an.
  • Reposten Sie Fotos und Videos von Kunden, die Ihre Produkte oder Dienstleistungen mit Überzeugung nutzen und teilen Sie deren Erfahrungsberichte.
  • Ihre Leitsprüche und inspirierenden Zitate als Motivation für die Community schaffen einen persönlichen Mehrwert.
  • Auch bei Instagram lassen sich super Feiertage als Anlass für Postings oder besondere Aktionen nutzen.
  • Drehen Sie Reels zu aktuellen Trends oder IGTVs mit den meistgestellten Fragen.

Fazit – Die App to be für IHR Unternehmen?

Instagram ist längst nicht mehr nur eine reine Foto-Sharing-App, sondern bietet mittlerweile eine unglaubliche Flexibilität an Interaktions- und beitragsarten. Das eröffnet einerseits große Freiheiten in der kreativen Umsetzung, andererseits fordert es aber auch eine gut durchdachte Strategie, um langfristig erfolgreich zu sein. Die hier angeführten Empfehlungen sind nur ein Teil von all den zahlreichen Tipps, die es gibt, um erfolgreich auf Instagram zu sein. In erster Linie sollten Sie Ihrer Corporate Identity getreu bleiben. Experimentieren Sie mit verschiedenen Beitragsformen und finden Sie so heraus, was Ihre Community am meisten anspricht. Ein einheitliches Erfolgsrezept gibt es auch hier leider nicht. Klar ist jedoch, dass in Instagram großes Potenzial steckt, wenn man es strategisch nutzt. Sind Sie mit Ihrem Unternehmen bereits auf Instagram aktiv oder haben Sie noch weitere Anregungen zu diesem Thema? Wir sind gespannt auf Ihre Kommentare.

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